Hauptmann bei der Schaeffler Industrial Drives: Für mehr ökonomische Vernunft in der Klimadebatte

Sarah Boost Arbeitsmarkt, Mittelstand, Naturschutz, Umwelt, Wirtschaft

Suhl – Im Rahmen seiner Mittelstandstour besuchte der Südthüringer Bundestagsabgeordnete Mark Hauptmann (CDU) kürzlich die Schaeffler Industrial Drives AG & Co. KG im Suhler  Gewerbegebiet Friedberg.

Hauptmann, der in seiner Funktion als Bundestagsabgeordneter bereits Berührungspunkte mit der Schaeffler Group hatte, freute sich, nun auch die Niederlassung in seiner Suhler Heimatstadt kennen zu lernen. Mit aktuell 181 Mitarbeitern und circa 20 offenen Stellen zählt der Zulieferer für Automobil- und Maschinenbauindustrie zu den größeren Unternehmen auf dem Suhler Friedberg.

Mathis Bätz, Leiter Mechatronis Solutions, umriss die Tätigkeitsfelder von Schaeffler in Suhl, darunter Zukunftstechnologien wie der Elektro-Antrieb, Industrie 4-0 und die Modernisierung von Produktionstechnologien. Bätz erläuterte im Gespräch den stets steigenden Preisdruck der vergangenen Jahre, der für viele Zulieferer zur Existenzfrage wurde. Zugleich sieht er aktuell eine Trendwende: „Hinsichtlich der Kosten hat zwischenzeitlich bei vielen Kunden ein Umdenken stattgefunden. Leistungsfähigkeit und Qualität stehen wieder vor Billiglöhnen“, führt Bätz aus. Es gelte nun, den  Technologievorsprung im internationalen Wettbewerb zu halten und auszubauen.

„Nicht nur aus Asien kommen ambitionierte Mitbewerber, auch Afrika muss man in den kommenden Jahren im Blick behalten“, bestätigte Mark Hauptmann.

Dr. Daniela Richter, stellvertretende Leiterin der Schaeffler Hauptstadtrepräsentanz in Berlin, fordert die Politik auf, bei den aktuellen Debatten rund um den Klimaschutz und einer CO²-Steuer nicht die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmer zu riskieren. „Die Technologieoffenheit muss mit Blick auf die Projektförderung erhalten bleiben“, fordert Richter. „Ein positives Beispiel ist aus unserer Sicht Finnland, dort gibt es für die Entwicklung der Industrie 4.0 bis zu 40 Prozent Projektförderung.“

Hauptmann stimmte zu und verwies darauf, dass Deutschland das Weltklima schwerlich im Alleingang retten könne. „Wurden in Deutschland 1990 noch 940 Millionen Tonnen CO² ausgestoßen, so konnte der CO²-Ausstoß im Jahr 2018 auf 729 Millionen Tonnen reduziert werden. Wir sind auf dem richtigen Weg“, bekräftigte er. Er wolle keinen plakativen Klimaschutzmaßnahmen, die zulasten der deutschen Ökonomie gingen, so Hauptmann.

Auch die Schaeffler Industrial Drives AG & Co. KG leidet unter dem regional verbreiteten branchenübergreifenden Fachkräftemangel. Trotz starker Präsenz an den regionalen Jobbörsen und Messen konnten nicht alle Ausbildungsplätze besetzt werden, bedauerte Personalreferentin Janina Krauße.

„Wir müssen versuchen, Fachkräfte in der Region zu halten, Südthüringer nicht an andere Regionen zu verlieren. Auch deswegen halte ich an der Ansiedlung einer Hochschule in Suhl fest“, so Hauptmann. Weiter setzt sich Hauptmann dafür ein, abgewanderte „Exilthüringer“ zurück in die Region zu holen. „Die benötigten Arbeitskräfte werden nicht weniger, nur wird sich die Art der Arbeit ändern“, zeigt sich Hauptmann überzeugt.

Bildhinweis (v.l.n.r.):

Steffen Müller-Deck, Marco Cramer, Janine Krauße, Mark Hauptmann (MdB), Mathis Bätz, Dr. Daniela Richter, Daniel Seubold