Hauptmann: Indoor-Zoos nicht sterben lassen

Richard Seifert Mittelstand, Thüringen, Tourismus

Nach den Beschlüssen zwischen der Bundesregierung und den Ministerpräsidenten der vergangenen Woche hat die rot-rot-grüne Thüringer Landesregierung am 20. April die Verordnung zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus angepasst.

Danach dürfen ab dem 27. April 2020 im Freistaat zoologische und botanische Gärten, Tierparks und ähnliche Einrichtungen unter freiem Himmel wieder öffnen. Der Südthüringer Bundestagsabgeordnete Mark Hauptmann (CDU) kommentiert:

„Die beschlossenen Lockerungen sind wichtig und richtig. Die aktuelle Infektionslage erlaubt diesen Schritt. Botanische Gärten, Zoos und Tierparks sind wichtige Naherholungsziele. Während der derzeitigen Lage bieten sie den Thüringerinnen und Thüringern die Möglichkeit, sich Bewegung zu verschaffen und auf andere Gedanken zu kommen. Insbesondere auch Familien mit Kindern werden von den Wiedereröffnungen profitieren.“

Die Verordnung der Landesregierung ist jedoch leider lückenhaft. Einrichtungen in Südthüringen wie das Meeresaquarium Zella-Mehlis, der Aqua-Terra-Zoo „Exotarium Oberhof“ oder das Meeresaquarium „Nautiland Sonneberg“ müssen weiterhin geschlossen bleiben, da sie nicht unter freiem Himmel liegen.

„Dies ist für die Einrichtungen ärgerlich und kann sehr schnell existenzbedrohend werden“, gibt Hauptmann zu bedenken. „Die hohen Fixkosten für Strom und Wasser, Tierfutter, tierärztliche Versorgung und Pflege der Anlagen laufen weiter, während die Einnahmen derzeit bei Null liegen. Unter Einhaltung des Gesundheitsschutzes für Gäste und Mitarbeiter halte ich eine Öffnung von „Indoor-Zoos“ für vertretbar und sinnvoll. Hierzu könnten erhöhte Hygienevorschriften, eine Maskenpflicht, eine konsequente Umsetzung der Abstandsregeln, die ja auch in Freiluftanlagen gewährleistet sein muss, und eine Limitierung der Besucher, die gleichzeitig in die Anlagen hineingelassen werden, gehören. Jeder weitere Schließtag bringt die Unternehmer der Einrichtungen bzw. deren Trägervereine weiter in schwerwiegende Existenznöte. Ein Sterben dieser einzigartigen Freizeitangebote wäre ein herber Rückschlag für unsere vielfältige Tourismusregion Südthüringen. Die rot-rot-grüne Landesregierung muss daher dringend nachbessern und die Verordnung anpassen“, fordert Hauptmann abschließend.