Hauptmann rückt Volkskrankheit Demenz in den Fokus

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Meiningen –  Am Dienstag lud der Südthüringer Bundestagsabgeordnete Mark Hauptmann (CDU) zu einem Gesundheitsdialog mit dem Thema „Demenz – Das Leben nach der Diagnose – Alltag und Rahmenbedingungen“ in das Demenzzentrum nach Meiningen. Zu Gast hatte er den gesundheitspolitischen Experten der CDU/CSU- Bundestagsfraktion, Herrn Hubert Hüppe, und den Chefarzt der geriatrischen Fachklinik „Georgenhaus“, Herrn Dr. med. Joachim Zeeh.

Angehörige und Mitarbeiter von Pflegediensten, die beruflich mit Demenzpatienten betraut sind, folgten der Einladung des Bundestagsabgeordneten. Im intensiven Austausch wurden gesetzliche Rahmenbedingungen, der würdevolle Umgang mit den Patienten und verschiedene Betreuungs- und Pflegemodelle erörtert.

„Die parallel stattfindende Überalterung und die Schrumpfung unserer Gesellschaft sind eine der größten Herausforderungen für die Politik und machen Alterserkrankungen wie Alzheimer und Demenz zu Volkskrankheiten“ eröffnete Mark Hauptmann den Dialog. Nach aktuellen Studien werden künftig 50 Prozent der Weltbevölkerung von Alzheimer und Demenz betroffen sein.

„Demenz ist weit mehr als nur ‚etwas vergesslich zu sein‘. Sie ist wohl eine der grausamsten Krankheiten, die wir kennen, denn sie nimmt dem Betroffenen nach und nach ihre Sprache und somit die Möglichkeit sich mit dem eigenen Umfeld zu verständigen, im Krankheitsverlauf auch  Körperfunktionen wie das Gehen oder das Schlucken und ihre Persönlichkeit– kurz alles, was ihn ausmacht“, führte Dr. Joachim Zeeh aus.

Vor allem sei es wichtig, die Würde der Demenzpatienten zu achten, waren sich alle Anwesenden einig. „Artikel 1 des Deutsche Grundgesetzes, in dem es heißt „die Würde des Menschen ist unantastbar“, ist nicht nur eine Formulierung auf einem geduldigen Stück Papier, sondern gilt für alle und insbesondere Menschen mit Behinderungen und alte und kranke Menschen“, bekräftigte Hubert Hüppe (CDU).

Dr. Joachim Zeeh sprach in diesem Zusammenhang seine Achtung für das Demenzzentrum Meiningen aus: „Hier wird Menschlichkeit gelebt!“. Auch die geriatrischen Fachklinik „Georgenhaus“ stellt sich auf die Bedürfnisse der Demenzpatienten ein und eröffnete erst kürzlich eine neue Station speziell für Demenzkranke, deren Aufenthalt zwar durch andere Erkrankungen oder Verletzungen bedingt ist, die aber dennoch eine besondere Behandlung benötigen.

Im Dialog mit den Gästen kamen im Anschluss die Attraktivität der Berufsbilder in der Pflege, die Gestaltung von passenden Freizeitangeboten für Demenzkranke und wie sich Geschäfte auf demente Kunden einstellen können, zur Sprache. Vor allem die unzureichenden Angebote für die Tagespflege, welche für Angehörige eine wichtige Entlastung bieten, für die Träger aber meist nicht wirtschaftlich ist, wurden diskutiert.

Schlussendlich zeigte sich, dass die Herausforderungen durch die steigenden Krankheitszahlen gesamtgesellschaftlich zu schultern sind. Eine enge Vernetzung aller Beteiligten ist hierfür unabdingbar.