Hauptmann zur Energiewende: „Allein auf Sonne und Wind sollten wir uns nicht verlassen“

Sarah Boost Energie, Ernährung, Landwirtschaft, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Menschen

Reurieth – Im Rahmen seiner Sommertour besuchte der Südthüringer Bundestagsabgeordnete Mark Hauptmann (CDU) die Agrarunternehmen Pfersdorf e.G. und die Agrargenossenschaft „Werratal“ e.G. Reurieth.

Vor Ort traf er den Vorstand der Agrargenossenschaft ,,Werratal“ e.G. Toralf Müller und Silvio Reimann, Geschäftsführer der Milch-Land GmbH Veilsdorf, zum Gespräch. Während Hauptmann zu diesem Termin mehr zur Erntebilanz im aktuellen Jahr erfahren will, hatten die Landwirte ihrerseits konkrete Anliegen, die sie dem Bundespolitiker mit auf den Weg gaben.

So fordern die Landwirte die nachhaltige Unterstützung des Bundes für bestehende und neubauende Biogas-Anlagen, auch und insbesondere mit Blick auf die bevorstehende Reform des Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Veränderte Rahmenbedingungen sollten eine Anpassung der Einspeisevergütungen für Biogasanlagen nach sich ziehen, macht der Anlagenbetreiber Toralf Müller deutlich.

Auch Hauptmann hält den Erhalt und die Erweiterung von Biogasanlagen für erstrebenswert. „Die Energie aus regionalen Biogasanlagen wird auch regional abgenommen. Das ist der Inbegriff der dezentralen Energieversorgung und somit ein wichtiger Baustein der Energiewende“, ist Hauptmann überzeugt. Zudem hält er die grundlastfähigen Biogasanlagen für deutlich umweltverträglicher als beispielsweise Windkraftanlagen. Hier hält er den Eingriff in schützenswerte Südthüringer Landschaften, die negativen Folgen für Flora und Fauna bis hin zu den enormen Eingriffen allein für die Errichtung der Anlagen für unverhältnismäßig. „Ich spreche mich vehement gegen den Neubau von Windkraftanlagen in unseren Südthüringer Wäldern aus und unterstütze weiterhin nachhaltige, umweltschonende sowie klimaneutrale Technologien“, so Hauptmann.

Die geltende Regelung, wonach ein Mindestabstand zwischen Windkraftanlagen und bewohnten Gebiet von mindestens 1000 Meter gewahrt werden soll, stammt von der großen Koalition im Bund. „Wenn sich die Thüringer Landesregierung an die Bundesregelung für den Neubau von Windkraftanlagen hielte, wären verschiedene Windkraftprojekte von R2G vom Tisch – zum Wohle von Natur und Anwohnern“, so Hauptmann.

Auch in der Lebensmittelproduktion hoffen die Beteiligten auf eine Abkehr von ideologisch geprägten Debatten hin zu sachbezogenen und konstruktiven Dialogen. Vor allem aber braucht es wieder mehr Wertschätzung für die heimische Landwirtschaft, sind sich die Gesprächspartner einig.

„Höher–Schneller–Weiter – das wird es mit uns nicht geben, nicht geben können“, sind sich Reimann und Müller einig. „Die Vorstellungen der Gesellschaft müssen mit dem Leistungsvermögen der Landwirte vereinbar sein“, ergänzt Toralf Müller.

Silvio Reimann berichtet von einer guten Ernte. „Wir haben keine Spitzenernte, sind aber dennoch mit den durchschnittlichen Erträgen von Weizen, Raps, Bohnen und Erbsen zufrieden“, berichtet Reimann.

„Landwirte wissen: Kein Jahr ist wie das andere. Aber wir Verbraucher können mit einer saisonalen und regionalen Ernährung einen Beitrag zur nachhaltigen Stärkung der Landwirtschaft leisten“, so Hauptmann.