Heimtierbedarf aus Kaltensundheim: Spezialist mit wechselvoller Geschichte

Sarah Boost Ländlicher Raum, Menschen, Mittelstand

Kaltennordheim – Gemeinsam mit dem Kaltennordheimer Bürgermeister Erik Thürmer (CDU) besuchte der Südthüringer Bundestagsabgeordnete Mark Hauptmann (CDU) die Heim GmbH in Kaltensundheim.

„Schön, dass mal jemand nach uns schaut“, findet Senior Chef Norbert Heim eingangs. Das Interesse der Politik an den heimischen Betrieben habe er in den vielen Jahren seiner Tätigkeit am Standort in Kaltensundheim vermisst. Mit dem Besuch des Bürgermeisters und des Bundestagsabgeordneten wird dies nun kurz vor seinem Eintritt in den Ruhestand geheilt. Am 1. März übergab er die Geschäfte an seinen Sohn Matthias Heim, der diese gemeinsam mit Sabine Möllerhenn weiter führen wird. Damit wird ein Generationenwechsel vollzogen, zugleich bleibt  die ehemalige „Thüringer Peitschenfabrik“ in Familienhand. Bereits im Jahr 1881 gegründet, wurden in Kaltensundheim einst Lederpeitschen für den Einsatz in der Landwirtschaft produziert. Die Umstände der beiden Weltkriege brachten eine Erweiterung der Produkte hin zu Hundeleinen und -halsbändern, Beriemungen und Gürteln mit sich, diese sind bis heute ein bedeutender Pfeiler im Portfolio des Unternehmens. Neben der Verarbeitung von Leder werden nunmehr auch Produkte aus Nylon, Baumwolle oder Polypropylen gefertigt.

„Das ist eine bewegte Firmengeschichte, auf die Sie zurück blicken können. Umso beachtlicher ist, dass es ungeachtet der äußeren Umstände immer weiter ging und nun ein weiterer Generationenwechsel gelingt. Diese Kontinuität und Widerstandsfähigkeit zeugt von außerordentlichem Unternehmergeist, zumal hier die Produktpalette enorm erweitert wurde“, so Hauptmann.

Dabei fielen den Geschäftsführern Sabine Möllerhenn und Norbert Heim ihre Eigenschaften als gute Unternehmer, Zuverlässigkeit und Vertragstreue, einmal fast auf die Füße. Auch in Zeiten des politischen Umbruchs produzierten und lieferten sie weiter ihre Produkte gemäß der bestehenden Verträge des staatlichen Außenhandels der DDR mit Kunden in ganz Europa. In Zeiten der Abwertung der Ostmark fast tödlich für den Betrieb. „Mit dem Wissen von heute hätten wir das sicher anders gehandhabt“, bekennt Sabine Möllerhenn. Einige Narben sind geblieben, dennoch können die Geschäftsführer heute darüber schmunzeln. Das Unternehmen hat auch diese schwierige Zeit meistern können und steht heute gut da, wenn auch ungleich kleiner als noch zu DDR Zeiten. Personalabbau und Umstrukturierungen waren nötig, 30 Mitarbeiter zählt die Heim GmbH heute noch. Die Weichen für die Zukunft sind gestellt: Neben der eigenen Fertigung wurde ein Großhandel für Haustierartikel aufgebaut, der Vertrieb erfolgt inzwischen zu einem großen Teil online.

Bildhinweis (v.l.n.r.):

Bürgermeister Erik Thürmer, Mark Hauptmann (MdB), Sabine Möllerhenn, Matthias Heim