Leben retten will gelernt sein

Sarah Boost Bildung, Menschen, Soziales

Meiningen – Im Rahmen seiner Wahlkreistage besuchte der Südthüringer Bundestagsabgeordnete Mark Hauptmann (CDU) kürzlich die höhere Berufsfachschule für die Notfallsanitäterausbildung in Meiningen.

Diese befindet sich nach einem Betreiberwechsel im Frühjahr dieses Jahres nun in Trägerschaft des Landesverbandes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Auch wenn noch nicht alle Logos getauscht wurden, ist doch ein neuer Geist im Hause spürbar.

In der Einrichtung für Rettungs- und Notfallmedizin werden Rettungs- und Notfallsanitäter ausgebildet und auch nebenberufliche Weiterqualifikationen angeboten. Hierbei spielt vor allem die Weiterqualifizierung der gelernten Rettungsassistenten zu Notfallsanitätern eine große Rolle. Aber auch Ärzte und Praxismitarbeiter können am Schulungsangebot teilnehmen, zudem werden Erste-Hilfe Kurse für Kindergärten und Schulen angeboten. Vor Ort finden die Auszubildenden gute Bedingungen vor: moderne Unterrichtsräume, eine gute Ausstattung und ein lebensnahes Simulationszentrum zum Training von Einsatzszenarien. Wer sich für den Berufsweg Rettungs- oder Notfallsanitäter entscheidet, ist oft Überzeugungstäter: Menschen in gefährlichen Situationen zu helfen ist das Hauptmotiv bei der Berufswahl.

„Wichtig ist, dass wir mehr Anerkennung für die Berufe schaffen“, bekennt Hauptmann und führt dazu drei wesentliche Faktoren aus: „Zum einen braucht es wieder mehr Respekt für den Dienst am Menschen. Es kann nicht sein, dass Rettungskräfte im Einsatz immer wieder zu Zielen von verbalen und sogar körperlichen Angriffen werden! Zum anderen ist Anerkennung auch ein monetärer Aspekt – es braucht sinnige Strukturen und eine entsprechende Entlohnung für die wertvolle Arbeit. Und zum dritten brauchen die Notfallsanitäter Rechtssicherheit durch gute Gesetze, um ihrer Arbeit in der gebotenen Sorgfalt ausführen zu können.“

Den Besuch des Bundestagsabgeordneten nutzte Schulleiter Dieter Rothmann, um die von den Regierungsparteien zurückgestellte Änderung des Notfallsanitätergesetzes zu diskutieren. Auch die Auszubildenden schlossen sich der zusammen gerufenen Diskussionsrunde an.

Die Berufsfachschule  hält auch Internatsplätze vor – und die Nachfrage ist hoch. Denn die Schüler, Auszubildenden und Weiterzubildenden kommen aus ganz Thüringen und teils auch aus den angrenzenden Bundesländern. Mit zehn Mitarbeitern und 30 Honorarkräften ist das Vorhalten von ca. 100 Angeboten im Hause eine organisatorische Meisterleistung.

Die DRK-Rettungsdienstschule in privater Trägerschaft des DRK ist neben der staatlichen Einrichtung in Mühlhausen die einzige solche Bildungseinrichtung in Thüringen. Als gegenseitige Konkurrenz will Schulleiter Dieter Rothmann die beiden Schulen nicht verstanden wissen: „So wie wir jetzt in Thüringen aufgestellt sind, ist es gut. Es funktioniert und der eine könnte ohne den anderen gar nicht.“

Bildhinweis:

Mark Hauptmann und Dieter Rothmann sprechen vor Schülern und Auszubildenden der höheren Berufsfachschule