Mercosur-Abkommen positives Signal für deutsche Wirtschaft

Richard Seifert Ernährung, Europa, Landwirtschaft, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Naturschutz, Umwelt, Wirtschaft

Berlin – Am heutigen Freitagnachmittag fand im Bundestag eine Debatte zum geplanten Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den vier Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay statt. Die seit 1999 andauernden Verhandlungen sind im Juni vergangenen Jahres zum Abschluss gebracht worden. Sollte das Abkommen in Kraft treten, wäre es das größte Freihandelsabkommen weltweit. 91 Prozent der Zölle würden wegfallen.

Der Südthüringer Bundestagsabgeordnete Mark Hauptmann (CDU) plädierte in seiner Plenumsrede für mehr Aufrichtigkeit in der Debatte. Deutschland sei aufgrund der Exportorientiertheit seiner Wirtschaft wie kein anderes Land abhängig von offenen Märkten und werde von dem geplanten Abkommen sehr profitieren.

Dabei verwies er auch auf die damit im Zusammenhang stehenden Risiken. Diese müsse man ernst nehmen, aber nicht davor einknicken. So sei die Landwirtschaft in den Mercosur-Staaten zwar traditionell stark und werde zukünftig mehr Produkte auf den europäischen Markt bringen. Dabei sollte jedoch auch nicht verschwiegen werden, dass das Abkommen nicht zu einer Herabsenkung europäischer Standards führen wird. Bereits jetzt liefert Südamerika Produkte für den europäischen Markt. Einzig die Zölle werden zukünftig in großem Umfang entfallen. Zudem wurde aufgrund der Sensibilität des Agrarsektors keine vollständige Liberalisierung herbeigeführt. Für Produkte wie Rindfleisch und Zucker werden Quoten eingeführt, sodass nur auf gewisse Einfuhrmengen Zölle reduziert werden.

Auch hinsichtlich des Umweltschutzes ist das Abkommen von Vorteil. Nachdem der brasilianische Präsident Bolsonaro zunächst einen Austritt aus dem Pariser Klimaschutzabkommen in den Raum gestellt hatte, verpflichtet das Abkommen alle Vertragspartner zur Umsetzung der Vorgaben und sieht Wiederaufforstungen im großen Maßstab vor.

„Gerade in Zeiten zunehmender Abschottung und populistisch geführten Klimadebatten, wäre der Abschluss des Abkommens ein willkommenes Signal für unsere deutsche Wirtschaft“, so Hauptmann abschließend.