Neubelebung des Weimarer Dreiecks

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Der polnische Botschafter Dr. Jerzy Margański und der Südthüringer Bundestagsabgeordnete Mark Hauptmann (CDU) haben sich während eines Treffens in Berlin für eine Neubelebung der deutsch-französisch-polnischen Zusammenarbeit im Rahmen des Weimarer Dreiecks ausgesprochen. Das lose Konsultationsforum zwischen den drei Ländern wurde Anfang der Neunziger Jahre gegründet. Anstoß war ein gemeinsames Treffen der jeweiligen Außenminister in Weimar. Hauptmann setzt sich für neue Impulse für das Weimarer Dreieck ein, nicht zuletzt weil seine Geburtsstadt als Namensgeber des Dialogformats fungiert:

„Das Weimarer Dreieck ist eine wichtige Gesprächsplattform, die die historisch wichtige Funktion des Austauschs zwischen drei Kernländern der Europäischen Union erfüllt. Besonders vor dem Hintergrund der vielfältigen Herausforderungen, die Europa derzeit zu meistern hat, sehe ich eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen Frankreich, Polen und Deutschland als unverzichtbar an. Das Gespräch mit Seiner Exzellenz Herrn Botschafter Dr. Jerzy Margański hat mir gezeigt, dass diese Ansicht von polnischer Seite geteilt wird“, erklärt Hauptmann.

Die Europaminister aus Frankreich, Polen und Deutschland kamen im Format des Weimarer Dreiecks zuletzt im September 2015 in Paris zusammen. Für Irritationen sorgte hingegen ein Zitat des polnischen Außenministers Witold Waszczykowski, der die Möglichkeiten des Weimarer Dreiecks kürzlich für „erschöpft“ erklärt hatte. Der diplomatische Vertreter Polens in der Bundesrepublik Margański hob in seinem Gespräch mit Mark Hauptmann die Bedeutung der wechselseitigen Beziehungen sowie die Notwendigkeit einer inhaltlichen Wiederbelebung hervor. Hauptmann dazu:

„In diesem Sommer feiert das Weimarer Dreieck sein 25-jähriges Bestehen – ein passender Anlass, um die Anstrengungen zur zwischenstaatlichen Verständigung wieder zu verstärken. Die finanz- und fiskalpolitischen Herausforderungen der EU und die Herkulesaufgabe der Flüchtlingskrise lassen sich nur bewältigen, wenn wir uns auf die über Jahrzehnte gewachsene Partnerschaft der EU-Nachbarländer besinnen. Besonders in Krisenzeiten kann durch den kontinuierlichen Dialog eine neue Dynamik entstehen, die den beteiligten Ländern und allen europäischen Partnern zu Gute kommt“, so Hauptmann abschließend.