Startup-Hilfspaket wird verlängert

Richard Seifert Corona, Start-ups, Wirtschaft

Nachdem im März dieses Jahres ein eigens für die Startup-Branche und kleine Mittelständler kreiertes Hilfspaket in Höhe von zwei Milliarden Euro geschnürt werden konnte, haben das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie das Bundesministerium für Finanzen beschlossen, das ursprünglich bis Jahresende befristete Maßnahmenpaket bis zum 30. Juni 2021 zu verlängern. Trotz der jüngsten Erfolgsmeldungen über die Entwicklungen von Impfstoffen gegen das Corona-Virus ist absehbar, dass die Wirtschaft und damit auch das aufstrebende Startup-Ökosystem in Deutschland noch einige Zeit mit den Folgen der weltweiten Krise konfrontiert sein werden.

Der Südthüringer Bundestagsabgeordnete Mark Hauptmann (CDU), der als Berichterstatter der CDU/CSU-Fraktion für Gründungen und Wagniskapital im Wirtschaftsausschuss für die Verlängerung der Hilfen geworben hatte, begrüßt den Schritt: „Das Programm war eine große Unterstützung und wurde in der Branche sehr gut angenommen. Umso mehr freue ich mich, dass dessen Laufzeit nun verlängert wird.“

Das Hilfspaket war im Frühjahr notwendig geworden, weil Jungunternehmen im Vergleich zu etablierten Firmen nur begrenzte Möglichkeiten zur Verfügung stehen, Kredite aufzunehmen, um Liquiditätsengpässe zu überwinden. Sie verfügen oftmals über keinerlei Sicherheiten und sind auf die Finanzierung durch Investoren, Eigenersparnisse oder Wagniskapital angewiesen. Solche Investitionen wurden jedoch zunächst vielfach verschoben oder ausgesetzt.

Das Maßnahmenpaket zur Unterstützung von Start-ups und kleinen Mittelständlern basiert auf zwei Säulen: In Säule 1 wurden im Rahmen eines Matching-Moduls bislang Anträge von Wagniskapital-Fondsmanagern mit einem Volumen von rund 860 Mio. Euro bewilligt. Die Fonds wollen damit rund 350 Start-ups finanzieren. Zur Umsetzung der Säule 2 hat die KfW bislang Globaldarlehensverträge in einem Gesamtvolumen von rund 556 Mio. Euro mit den Förderinstitutionen aus folgenden Ländern geschlossen: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Einige der Landesförderinstitute planen im Zuge der Laufzeitverlängerung wegen der guten Nachfrage auch die Aufstockung ihrer Globaldarlehen mit der KfW. Trotz der hohen Nachfrage müssen die Mittel nach derzeitigem Stand nicht erhöht werden und dürften bis zur Jahresmitte 2021 ausreichen.

„Die Zahl der technologie- und wachstumsorientieren Startups ist in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Es ist ein gutes Signal, dass sie die in der Krise nötige Unterstützung erhalten und unterstreicht deren Bedeutung als Wirtschaftsfaktor für unser Land. Sie schaffen Arbeitsplätze und stoßen Innovationen an, die unser Land gerade jetzt dringender denn je braucht. Ich freue mich zudem, dass Anfang 2021 bereits die ersten Module des Zukunftsfonds an den Start gehen. Damit erfüllen wir einen von der Branche lang gehegten Wunsch und schaffen endlich die Bedingungen dafür, auch in Deutschland großes Wachstum zu ermöglichen. Nun gilt es hier weiter dranzubleiben. Sonst riskieren wir den Erfolg vieler Anstrengungen, die in den letzten Jahren unternommen wurden“, so Hauptmann abschließend.