Suhl geeigneter Standort für Stasi-Akten-Außenstelle

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In dieser Woche stellte die Expertenkommission zur Zukunft der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU) ihren Abschlussbericht vor: Künftig soll das Stasi-Unterlagen-Archiv verwaltungstechnisch ins Bundesarchiv eingegliedert werden. Die Aktenbestände sollen aber an den bestehenden Standorten verfügbar bleiben. Der Südthüringer Bundestagsabgeordnete Mark Hauptmann (CDU) begrüßt diesen Vorschlag:

„Die Empfehlungen der Kommission setzen an den richtigen Stellen an, um die Zukunftsfähigkeit der Aufarbeitung des DDR-Unrechts zu gewährleisten. Trotz der Bündelung im Bundesarchiv muss auf jeden Fall sichergestellt werden, dass alle Akten wie bisher für jedermann einsehbar sind, um die geschehenen Verbrechen der SED-Diktatur weiterhin verarbeiten zu können und die Inhalte für die Forschung zur Verfügung zu stellen“, erklärt Hauptmann.

Die Expertenkommission regt eine Zentralisierung an, da sich die Nachfrage zur Akteneinsicht vor Ort in den bisherigen Außenstellen, davon allein acht in Mitteldeutschland, als zu gering im Verhältnis zum notwendigen Behördenaufwand darstelle. Zur Verschlankung der Strukturen soll in Zukunft nur noch eine Außenstelle pro Bundesland erhalten bleiben. Da die Thüringer Landeshauptstadt Erfurt mit der Andreasstraße bereits über eine DDR-Gedenk- und Bildungsstätte verfügt, sind für den Freistaat Gera und Suhl als mögliche Orte im Gespräch. Hauptmann dazu:

„Genauso wie der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, bin ich für die offen zugängliche Einlagerung der Akten an historischen Orten. Ich halte Suhl als ehemalige DDR-Bezirksstadt für einen geeigneten Standort zur Archivierung der Thüringer Stasi-Akten. Roland Jahn hat mir in einem persönlichen Gespräch bestätigt, dass er sich die Einlagerung in Suhl vorstellen kann. Vor diesem Hintergrund appelliere ich an den Suhler Oberbürgermeister und den Stadtrat, sich dafür einzusetzen, dass Suhl künftig als Stasi-Archiv-Außenstelle für Thüringen eine zentrale Rolle bei der Aufarbeitung der DDR-Zeit spielen wird.“