Werkstattbesuch – Neues Bundesteilhabegesetz im Fokus

Sarah Boost Gesundheit, Menschen, Teilhabe behinderter Menschen

Schleusingen/Eisfeld – Am 10. Oktober besuchte der Südthüringer Bundestagsabgeordnete Mark Hauptmann gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Henry Worm (CDU) die Werkstatt für angepasste Arbeit (Wefa) in Eisfeld und die Stiftung Rehabilitationszentrum in Schleusingen im Landkreis Hildburghausen.

Hier wurde vor allem das am 01.01.2020 in Kraft tretende Bundesteilhabegesetz diskutiert. Die fehlende Umsetzungsrichtlinie bereitet den Leitern der Einrichtungen als auch den Landratsämtern derzeit erhebliche Kopfschmerzen, da nach wie vor nicht klar ist, wie das Gesetz ausgestaltet wird. Der Südthüringer Abgeordnete Mark Hauptmann nimmt die Aufgaben aus der Heimat nun mit in den Bundestag und wird sich um schnelle Schaffung von Klarheit bemühen.

Schwächelnde Konjunktur

Besorgniserregend ist weiterhin die Abkühlung von Aufträgen aus der Wirtschaft an die Behindertenwerkstätten. Dieser Rückgang steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der konjunkturellen Entwicklung in den Unternehmen.

„Wir brauchen nicht nur finanzielle Förderungen, sondern müssen auch langfristig sicherstellen, dass Menschen mit Behinderung die Möglichkeit eines selbstbestimmten Lebens eröffnet wird. Ein Ansatz hierfür könnte sein, dass man den Betreuungsschlüssel senkt, um so nicht nur Fertigungsprozesse zu übernehmen, sondern in Zukunft auch mehr Dienstleistungen, z.B. im Gartenbau oder im Reinigungsgewerbe. In Zeiten, in denen händeringend nach Fachkräften aber auch ungelernten Arbeitskräften gesucht wird, kann dies ein Anstoß zu einem Erfolgsprojekt werden.“

Neue Perspektiven

Bei einem Rückgang der deutschen Automobilindustrie sind die Menschen mit Behinderungen, die Sitzroller, Fensterheber und viele weitere Kleinteile für Autos produzieren, erheblich gefährdet. Nur durch ein konstruktives Eingreifen der Politik, ohne irrsinnige Regelungen ist es möglich, den Menschen in den Werkstätten eine Perspektive zu bieten. „Eine Behinderung darf kein Hindernis sein, ein geregeltes Leben zu führen und teilzuhaben“, bekräftige Hauptmann.

Bildhinweis:

Mark Hauptmann (links im Bild) und Henry Worm (rechts im Bild) beim Besuch der Werkstatt für angepasste Arbeit in Eisfeld